Die Gesamtmenge einer Bestellung festzulegen, ist nur ein Teil der Planung einer Streetwear-Kollektion. Ebenso wichtig ist die Entscheidung, wie diese Menge auf Größen, Farben und Designs verteilt wird.
Eine Bestellung kann ihr gesamtes Verkaufsziel erreichen und trotzdem einen ungünstigen Restbestand hinterlassen. Eine Größe ist möglicherweise früh ausverkauft, während eine andere noch lange nach dem Launch verfügbar bleibt. Bei der ersten Kollektion besteht die Herausforderung darin, mit begrenzten Kundendaten eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.
Es gibt keine allgemeingültige Größenverteilung für jede Marke. Eine praktikable Planung beginnt mit den Kleidungsmaßen, der Zielgruppe und den verfügbaren Informationen. Anschließend werden die Anforderungen der Produktion berücksichtigt.
1. Mit den freigegebenen Kleidungsmaßen beginnen
Größenbezeichnungen allein erklären nicht, wie ein Kleidungsstück sitzt. Ein Oversized-T-Shirt in M kann deutlich andere Abmessungen haben als ein regulär geschnittenes T-Shirt derselben Größe.
Bestätigen Sie vor der Mengenplanung die Maßtabelle Ihres tatsächlichen Produkts. Prüfen Sie Körperweite, Körperlänge, Schulterbreite und Ärmelmaße. Bei Hoodies sollten auch relevante Maße an Saum und Bündchen berücksichtigt werden.
Verwendet Ihre Marke eine kürzere, breitere Silhouette, wählen Kunden möglicherweise andere Größen als bei einem längeren, schmaleren Modell. Die Mengenverteilung sollte sich deshalb auf das freigegebene Produkt beziehen und nicht auf eine beliebige Tabelle aus dem Internet.
Klären Sie außerdem, ob die Maße vor oder nach dem vorgesehenen Wasch- und Veredelungsprozess gelten. Verwenden Sie gegenüber Kunden und Hersteller dieselbe Bezugsgrundlage.
2. Informationen aus der tatsächlichen Zielgruppe sammeln
Etablierte Marken können frühere Bestellungen auswerten. Neue Marken müssen gegebenenfalls mehrere kleinere Informationsquellen kombinieren.
Hilfreich sind beispielsweise:
- Größenangaben aus verbindlichen Vorbestellungen.
- Frühere Verkäufe eines vergleichbaren Produkts.
- Kundenantworten nach Ansicht der tatsächlichen Maßtabelle.
- Rückmeldungen aus Anproben mit Personen der Zielgruppe.
- Größenwünsche aus einer Warteliste für den Launch.
Berücksichtigen Sie die Grenzen jeder Quelle. Eine Umfrage in sozialen Medien erfasst geäußerte Vorlieben, keine bestätigten Käufe. Die Verkaufsverteilung eines körpernahen T-Shirts lässt sich möglicherweise nicht auf einen neuen Oversized-Hoodie übertragen.
Halten Sie fest, auf welches Produkt, welche Passform, welche Zielgruppe und welchen Vertriebskanal sich die Informationen beziehen. So lässt sich besser beurteilen, ob sie für die geplante Kollektion relevant sind.
3. Eine vorläufige Größenverteilung berechnen
Übertragen Sie Ihre bestmögliche Nachfrageeinschätzung in eine geplante Stückzahl je Größe.
Ein rein rechnerisches Beispiel: Eine Marke plant 100 Stück in einer Farbe und nimmt folgende Verteilung an:
| Größe | Beispielhafter Anteil | Stückzahl |
|---|---|---|
| S | 10 % | 10 |
| M | 25 % | 25 |
| L | 30 % | 30 |
| XL | 25 % | 25 |
| XXL | 10 % | 10 |
| Gesamt | 100 % | 100 |
| Dies ist ausschließlich ein Rechenbeispiel. Es stellt weder eine empfohlene Streetwear-Größenverteilung noch eine Bestellvorgabe von GRAPHFORGE dar. |
Bei anderen Gesamtmengen können durch die Multiplikation mit den geschätzten Anteilen Bruchteile entstehen. Runden Sie auf ganze Stückzahlen und gleichen Sie anschließend die Summe mit der gewünschten Gesamtmenge ab. Dokumentieren Sie jede Anpassung, statt die Auslegung dem Hersteller zu überlassen.
4. Die Verteilung je Farbe überprüfen
Eine Größenverteilung für die gesamte Kollektion kann Unterschiede zwischen Farben und Designs verdecken.
Wenn Sie schwarze und cremefarbene Varianten anbieten, prüfen Sie, ob dieselbe Verteilung für beide sinnvoll ist. Nutzen Sie farbspezifische Vorbestellungen oder Verkaufsdaten, sofern diese vorliegen. Ohne Hinweise auf Unterschiede kann eine einheitliche, dokumentierte Annahme sinnvoller sein als frei erfundene separate Verteilungen.
Berechnen Sie die Mengen auf der Ebene, auf der tatsächlich bestellt wird: Modell, Farbe und Größe.
Die Angabe „200 T-Shirts“ reicht beispielsweise nicht aus, wenn die Produktion wissen muss, wie viele schwarze Teile in L und cremefarbene Teile in M benötigt werden. Jede Kombination sollte in der Bestellübersicht sichtbar sein.
5. Produktionsvorgaben vor der endgültigen Freigabe klären
Besprechen Sie, wie sich Ihre vorgeschlagene Verteilung mit den Produktionsanforderungen vereinbaren lässt.
Klären Sie insbesondere:
- Gilt die Mindestmenge pro Modell, Farbe oder einer anderen Gruppierung?
- Gibt es Mindestmengen für einzelne Größen?
- Beeinflusst ein erweiterter Größenbereich die Schnittentwicklung oder den Preis?
- Müssen Verpackungsmengen bestimmte Vielfache einhalten?
- Wie werden vereinbarte Mehr- oder Mindermengen behandelt?
Gehen Sie nicht davon aus, dass jede Kombination aus Größe und Farbe umsetzbar ist, nur weil die gesamte Bestellung eine Mindestmenge erreicht.
Ist die geplante Verteilung schwierig zu produzieren, lassen Sie sich die Gründe und mögliche Alternativen erklären. Eventuell müssen Sie den Launch vereinfachen, weniger Farben anbieten oder Mengen anpassen. Bestätigen Sie die vereinbarte Lösung schriftlich, bevor Sie die Produktion freigeben.
6. Die erste Bestellung gezielt begrenzen
Zusätzliche Größen und Farben führen zu mehr Bestandskombinationen. Verteilt sich eine überschaubare Gesamtmenge auf viele Kombinationen, bleiben für jede einzelne möglicherweise nur wenige Stück.
Prüfen Sie, ob jede geplante Variante einen nachvollziehbaren Kundenbedarf erfüllt. Der Verzicht auf eine wenig gefragte Farbe kann mehr Spielraum für die tatsächlich benötigten Größen schaffen.
Streichen Sie Größen jedoch nicht allein deshalb, weil sich die Tabelle dadurch leichter verwalten lässt. Berücksichtigen Sie Ihre Zielgruppe und kommunizieren Sie den verfügbaren Größenbereich klar. Ziel ist ein bewusst zusammengestelltes Sortiment, das auf Informationen und umsetzbaren Produktionsmengen beruht.
7. Eine verbindliche Produktionsübersicht erstellen
Verwenden Sie ein einziges freigegebenes Dokument mit folgenden Angaben:
- Modellname und Referenzcode.
- Farbname oder freigegebene Farbreferenz.
- Größenbezeichnungen entsprechend der Maßtabelle.
- Stückzahl jeder Kombination aus Größe und Farbe.
- Zwischensummen je Farbe und Gesamtmengen je Modell.
- Versionsdatum und Freigabestatus.
Prüfen Sie, ob Etiketten, Verpackungsvorgaben und Bestellunterlagen dieselben Größenbezeichnungen verwenden. Lassen Sie sich die aktuelle Version vom Hersteller bestätigen, insbesondere wenn sich die Mengen während der Musterphase geändert haben.
Die endgültige Übersicht sollte ohne verstreute Nachrichten oder ältere Tabellen verständlich sein.
8. Neben Verkäufen auch die Verfügbarkeit auswerten
Erfassen Sie nach dem Launch die Verkäufe je Größe und den Zeitpunkt, zu dem einzelne Größen nicht mehr verfügbar waren.
Ist L bereits in der ersten Woche ausverkauft, zeigt die verkaufte Stückzahl nicht die gesamte Nachfrage, die anschließend nicht mehr bedient werden konnte. Umgekehrt kann sich eine Größe langsam verkaufen, weil sie in einer beliebten Farbe nur begrenzt verfügbar oder weniger sichtbar war.
Kombinieren Sie Verkaufszahlen mit Ausverkaufsdaten, Rücksendegründen, Passformkommentaren und wiederholten Größenanfragen. Nutzen Sie diese Informationen für die nächste Bestellung, statt die erste Verteilung automatisch zu übernehmen.
Ihre Größenverteilung mit GRAPHFORGE besprechen
Senden Sie GRAPHFORGE bei einer Anfrage für individuelle Streetwear Ihre Maßtabelle, die geplanten Mengen je Modell und Farbe sowie Ihre vorgeschlagene Größenverteilung.
Kennzeichnen Sie bestätigte Angaben und vorläufige Schätzungen. Eine klare Produktionsübersicht bietet beiden Seiten eine praktische Grundlage, um Umsetzbarkeit, Musteranforderungen und offene Punkte vor Produktionsbeginn zu besprechen.
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